
Dating zwischen Hoffnung und Wahnsinn
Als ob das Leben nicht schon genug Herausforderungen bereithält, kommt da auch noch das Phänomen "Online-Dating" dazu.
Wir installieren Datingapps, swipen, matchen, entmatchen – bis wir das Gefühl haben, die halbe Stadt persönlich zu kennen. Smalltalk in Dauerschleife, immer wieder dieselben Fragen: „Was machst du beruflich?“, „Bist du eher Team Hund oder Katze?“ – Romantik made by Algorithmus.
Und trotzdem ist da diese eine kleine Hoffnung: Da draußen muss doch jemand sein, der genau uns sucht. Der, den das Schicksal irgendwann freischaltet – vielleicht beim nächsten Update.
Ich hab sie alle durch. Tinder, Bumble, OKCupid –
neu installiert, resigniert gelöscht, neu installiert.
Mein Fazit? Entweder bin ich klassische B-Ware – oder einfach nur zu anspruchsvoll.
Aber ganz ehrlich: Ich bin großartig. Also soll er sich ruhig ein bisschen Mühe geben, der zukünftige Mr. Vielleicht. Es lohnt sich schließlich...oder nicht?
Doch genau das ist das Problem: Alle denken so.
Und so sitzen wir da – allein, aber mit hohen Erwartungen, während uns Social Media täglich perfekte Paare präsentiert. Oder eben diese inszenierte Unperfektheit: Die verstrubbelte Influencerin im Morgenlicht, mit Hautproblemen, Filter und Hashtag #realme.
Wir wissen, wie unrealistisch das ist – und folgen trotzdem brav, wie kleine süße Schäfchen.
Ich habe unzählige Dates hinter mir. Es war… eine Reise.
Der Typ mit drei Handys, die gleichzeitig klingelten.
Der, der seine Mutter mitbrachte – mit der ich heute noch befreundet bin. (Spoiler: Wir beide halten bis heute nichts von ihm.)
Und ja, ich kenne jedes einzelne Profil im Umkreis – inklusive Bio, Hobbys und Hundefoto.
Bei manchen ist mir schmerzhaft klar, warum sie noch Single sind. Vielleicht ist Dating heute einfach… ein sozial akzeptierter Wahnsinn.
Aber hey – immerhin gute Geschichten für meinen Blog.
Mehr folgt dazu später
01
Drei Dating-Weisheiten, die dir keiner sagt – aber du dringend kennen solltest (gerade mit 40+)
Willkommen im Alter, in dem sich Sohn & Vater gleichzeitig für dich interessieren
Ja, du hast richtig gelesen. Du bist jetzt offiziell in einer Altersklasse angekommen, in der du die Wahl hast zwischen "noch anlernbar" und "kennt das Spiel, aber trägt orthopädische Einlagen".
Und irgendwie... haben beide Varianten ihren Reiz. Du darfst halt nur nicht aus Versehen beim Date den einen mit „du“ und den anderen mit „Sie“ ansprechen.
02
Dating ≠ Ausgehen. Dating = Krieg mit der Couch
Früher war Samstagabend Ausgehzeit. Heute ist es exakt der Moment, wo dein Körper runterfährt – und du dich zwischen Wimpernzange und Jogginghose entscheiden musst.
Du weißt: Das Match will "spontan auf einen Drink".
Du willst "spontan mit Wärmflasche ins Bett".
Und du fragst dich: Zählt ein Glas Wein allein auf der Couch auch als Date mit mir selbst? (Spoiler: Ja. Und es ist meistens das Beste, was der Abend zu bieten hat.)
03
Du willst eigentlich niemanden. Außer er kann Rasen mähen.
Du bist stark, unabhängig und brauchst niemanden.
Außer vielleicht jemanden, der Samstag den Rasen mäht. Den im Garten. Und den im Garten der Liebe.
Du weißt, was guter Sex ist. Und dass du keine halbgaren Kompromisse mehr willst. Deine Toys wissen das übrigens auch – leider können sie nicht küssen und fragen nie, wie dein Tag war. Aber hey, dafür machen sie ihren einen Job zu 100 %.
Dating mit 40 ist nicht mehr Suche nach dem Märchenprinzen. Es ist eher eine Mischung aus Casting-Show, Kabarettprogramm und tiefem Wunsch nach einem Menschen, der dich nicht besser machen will – sondern dich trotz allem mag, was du bist. Auch ungeschminkt. Mit Jogginghose. Samstag 21:05 Uhr.