Leben

Herausforderungen im realen Leben, denen man sich mal mehr oder weniger stellen muss. Mit viel Chaos um einen herum, aber immer genügend Sonne im Herzen.

Das habe ich bisher so auch noch nicht erlebt

Problembewältigung 2.0

Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten sechs Monaten den Satz gehört habe: „Das hatte ich so auch noch nicht.“

Es klingt fast wie ein Witz. Ist aber keiner. Es ist eher ein Damoklesschwert, das konstant über meinem Kopf schwebt. Mal sanft pendelnd, mal bedrohlich tief hängend.

Angefangen bei technischen Problemen, bei denen sich die Hardware ganz eigenständig deinstalliert, über die vergessene Bewerbung meiner Tochter für die weiterführende Schule – bis hin zum aktuellen Schreiben vom Finanzamt: Meine Tochter könne steuerlich nicht mit mir verknüpft werden.

Ich schwanke zwischen Lachen und Weinen. Manchmal lande ich irgendwo dazwischen. Am Ende hilft oft nur eines: Ignorieren. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Selbstschutz.

Denn wenn du alleinerziehend bist – verantwortlich für Kind, Job, Hund, Haushalt, Termine, Formulare und Gefühle – bleibt manchmal einfach keine Energie für jede neue Krise. Dann musst du sortieren: Was davon kann warten? Was kostet zu viel Kraft? Und worauf lohnt es sich wirklich, zu reagieren?

Und plötzlich merkst du: Das echte Leben besteht nicht aus To-Do-Listen. Sondern aus Momenten, in denen du es irgendwie trotzdem schaffst, weiterzumachen.

Ich frage mich oft, wie es bei anderen läuft. Ob es auch so stürmisch ist – oder eher wie ein sanftes Segeln in den Sonnenuntergang?

Ich kann doch nicht die Einzige sein, deren Leben ein ständiges Auf und Ab ist. Meine Mutter sagt immer, dass das Schicksal einem das gibt, was man braucht, um zu wachsen. Ich denke, ich wäre dann für die nächsten Jahre erst mal fertig gewachsen.
Etwas Ruhe, ein wenig sanftes Schaukeln, wäre jetzt durchaus angebracht.

Manchmal ist es schwer, in all den einmaligen Situationen und Dauer-Herausforderungen die Kontrolle zu behalten – geschweige denn die Kraft für alles andere. Jeder Mensch hat einen bestimmten Energiepegel, eine innere Batterie, die uns hilft, weiterzumachen.
Ob Job, privates Chaos oder sonstige Verpflichtungen – alles braucht Energie.

Man rät uns zu Auszeiten, zu Selfcare, zu innerem Gleichgewicht.
Aber in einem 24-Stunden-Tag, von denen gefühlt 18 voll mit To-dos, Terminen und Verantwortlichkeiten sind, bleibt wenig Luft zum Atmen.

Reflektiv gesehen war ich oft an dem Punkt völliger Leere.
Angeblich neigen gerade Karrierefrauen dazu – Menschen mit Ehrgeiz, die sich selbst immer wieder ein Stück weiter an den Rand bringen.
Dort, wo andere längst stehen bleiben, gehen sie noch ein Stück weiter – bis kurz vor dem Burnout.

So war es bei mir oft in den letzten Jahren.
Ich balancierte wie eine Seilartistin zwischen totaler Erschöpfung und absolutem Ehrgeiz. Immer meine Ziele im Blick – und selten meine Gesundheit.

Burnout bei Frauen: Warum wir nicht nur müde, sondern oft vergessen sind

 

Burnout bei Frauen – wir sollen doch froh sein, dass wir "nur" Haushalt, Kinder und etwas Teilzeit-Job jonglieren.
Haben wir überhaupt das Recht, erschöpft zu sein? Schließlich arbeiten wir ja nicht „so hart wie Männer“ – das ist zumindest die unausgesprochene Meinung, die mir immer wieder begegnet.

Es klingt wie ein altmodisches Schubladendenken, aber genau das ist es, was viele Frauen täglich spüren: fehlendes Verständnis, fehlende Anerkennung – und das in einer Zeit, in der mentale Gesundheit so laut diskutiert wird wie nie zuvor.

Nach einer Trennung bleibt die Verantwortung fast immer bei uns Frauen.
Es wird automatisch davon ausgegangen, dass wir uns um die Kinder kümmern.
Wir sind doch die Mütter, oder?

Was dabei übersehen wird: Wir geben unser Leben für eine Zeit lang auf.
Wir verzichten – auf Chancen, auf Karriere, auf Freiheiten.
Auf Experimente wie ein Jahr im Ausland, ein Neuanfang mit Rucksack, eine Selbstständigkeit, auf die wir jahrelang hingearbeitet haben.

Ich habe in den letzten Jahren viel verzichtet.
Ich habe mich selbst immer wieder zurückgestellt.
Natürlich: Ich liebe meine Tochter. Aber ein Teil von mir – ein großer – ist dabei verloren gegangen.
Möglichkeiten, die ich nicht ergreifen konnte. Träume, die ich auf Eis gelegt habe.

Und trotzdem soll ich nicht müde sein? Nicht wütend? Nicht ausgelaugt?

 

 

 

 

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